Andere Kulturen sind in auf den ersten Blick immer faszinierend und auch auf Reisen genießt man gerne die Exotik des Fremden, – reicht das aber aus, um auch im täglichen Miteinander stabile und konfliktresistente Beziehungen aufzubauen?
Im Zuge von Globalisierung und zunehmender Migration sind interkulturelle Begegnungen mittlerweile zum Normalfall geworden – im Alltag, in der Schule oder am Arbeitsplatz. Menschen aus mitunter sehr unterschiedlichen Kulturen und mit eigenen Wertvorstellungen treffen in unmittelbarer Nachbarschaft aufeinander und müssen versuchen, einen Konsens zu finden.
Jeder ist eng mit der Kultur, in der er sozialisiert worden ist, verankert, d.h. sie spielt für als Orientierungssystem eine große Rolle. Rede- und Verhaltensweisen, Handlungen und Urteile sind immer aus der eigenen kulturellen Perspektive heraus definiert und daher auch Maßstab für die Beurteilung anderer. Das Empfinden für das Eigene und das Fremde, die Beurteilung dessen, was als vertraut und was als fremd empfunden wird, entspringen fast ausschließlich dem eigenen kulturellen Orientierungssystem. Erst in einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem anderen Kommunikationsteilnehmer und seinem Umfeld kann das Gefühl der Fremdheit relativiert werden.
Interkulturelles Coaching, das sich als eine Form des systemischen Coaching versteht, setzt am Bewusstsein und an der Persönlichkeit des Gecoachten an. Es definiert den Menschen als Teil eines großen sozialen, biographischen, kulturellen und funktionalen Gefüges, das ihm ganz verschiedene Rollen aufgibt, und setzt sich zur Aufgabe, die bestimmenden kulturellen Ursachen, die die zwischenmenschliche Beziehung ausmachen, herauszufinden und zu bearbeiten. Im Laufe des Coachingprozesses werden wertvolle individuelle Potenziale entdeckt und sinnvolle Ressourcen offengelegt, die für den weiteren Arbeitsprozess genutzt werden. Mit Hilfe von interkulturellen Trainingseinheiten werden kognitive Kompetenzen entwickelt und sinnvolle Handlungsmuster erlernt, die dauerhaft einsetzbar sind. Interkulturelles Coaching setzt also schon vor dem Beginn eines möglichen Konfliktes ein, indem es an der der Persönlichkeitsbildung der Beteiligten arbeitet. Es schafft Sicherheit und Orientierung in anderen kulturellen Kontexten, erweitert den Aktionsradius der Beteiligten und schärft Urteilsvermögen und Gefühl für den eigenen kulturellen Standpunkt. Es vermittelt wesentliche emotionale, sprachliche, kognitive und interaktive Fertigkeiten:
Interkulturelles Training zielt auf den Aufbau eines adäquaten und zielführenden Verhaltens und hält konkrete Lösungsmöglichkeiten für die einzelnen Problembereiche parat. Zum einen wird theoretisches Hintergrundwissen über die Zielkulturen vermittelt – eine unbedingte Voraussetzung für richtiges und angemessenes Handeln. Zum anderen werden konkrete Verhaltens- und Redeweisen erprobt und ihr kulturell jeweils unterschiedlicher Stellenwert analysiert. Im geschützten Raum des Trainings wird dabei besonderes Augenmerk auf die Moderation kultureller Differenzen gelegt und Kommunikations- und Interaktionsstrategien erarbeitet.
Spezielle Trainingformen für Kinder und Jugendliche machen das Thema interkulturelle Kommunikation anschaulich und konkret umsetzbar. Die Zielgruppe lernt auf unkomplizierte und spielerische Weise Umgangsformen und Verhaltensnormen, die ein produktives Miteinander ermöglichen.
Dieses Training ist sehr multimedial ausgerichtet, es werden Film- und Tonaufnahmen verwendet, um den Unterricht anschaulicher und lebendiger zu machen. Denn es ist sinnvoll, schon in einem frühen Alter an der interkulturellen Bewusstseinsbildung zu arbeiten.